Geschichte - Schützenverein Simmozheim e.V.

Schützenverein Simmozheim e.V.
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Unsere Geschichte

Die Gründung
Über eine Bekanntmachung im Mitteilungsblatt der Gemeinde Simmozheim, wurden alle Freunde und Gönner des Schießsports auf Samstag, den 23. November 1963 zur Gründung eines Schützenvereines ins Gasthaus „Sonne" eingeladen. Dieser Einladung folgten 16 Personen, die sich mit eigenhändiger Unterschrift als künftige Mitglieder des zu gründenden Schützenvereins in eine Liste eintrugen. Dieser Liste sind die Namen folgender Gründungsmitglieder zu entnehmen: Fritz Suser, Otto Engelhardt, Erich Bär, Arnold Talmon, Manfred Kawlowski, Walter Bürkle, Albert Schulz, Günter Schubert, Peter Mattes, Walter Linkenheil, Walter Sedelmaier, Richard Flik, Reinhold Hawrylischyn, Rudi Bullinger, Fritz Gerlach und Karl Schubert. Aus den Reihen der versammelten Personen ergriff Fritz Gerlach das Wort und eröffnete die Gründungsversammlung. Nach einer Diskussion über verschiedene Punkte wie z. B. die Zusammensetzung des neu gegründeten Vereins oder den Ausbau des von der Gemeinde überlassenen Schießgeländes, folgte die Wahl einer Vereinsführung. Gewählt wurden: 1. Vorsitzender - Walter Linkenheil, 2. Vorsitzender & Kassier - Fritz Gerlach, Schriftführer - Manfred Kawlowski, Schießwart - Erich Bär, Jugendleiter - Walter Sedelmaier, Ausschussmitglieder - Albert Schulz & Günter Schubert und Beisitzer Fritz Suser.

Erste Schritte
Bei der ersten ordentlichen Hauptversammlung am 17. Januar 1,964 änderte sich der Vorstand wie folgt: 1. Vorsitzender - Otto Fauth, 2. Vorsitzender - Lorenz Maurer, Kassier - Fritz Gerlach, Schriftführer Manfred Kawlowski, Schießwart - Günter Temp, Jugendleiter - Peter Mattes, Waffenwart - Helmut Flik und Beisitzer Walter Linkenheil & Albert Schulz. In Absprache mit Gastwirt Karl Schubert wurde ab diesem Zeitpunkt der Sportbetrieb im Saal des Gasthauses „Sonne" durchgeführt. Nach der Eintragung des Schützenverein Simmozheim beim Amtsgericht in Calw, wurden die Planungen zum Bau eines Schützenhauses aufgenommen. Sehr bald war klar, dass das Gewann Schinderwasen Standort für das Vereinsheim des Schützenverein Simmozheim e. V. werden sollte. Bei der Hauptversammlung am 13. März 1965 wurde über einen ersten Bauabschnitt abgestimmt. Wegen einer zu hohen Schuldenaufnahme entschied sich die Mehrheit aber gegen die Umsetzung.

Not macht erfinderisch
Auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten kam der Musikverein Simmozheim den Schützen freundlich entgegen und stellte zur Durchführung des Sportbetriebs das Musikerheim zur Verfügung. Durch die Bewirtung des Musikerheims in Eigenregie sowie die Durchführung mehrerer kleiner Veranstaltungen wie z. B. Preisschießen oder Preisskate konnte ein erster finanzieller Grundstock zum Bau eines Schützenhauses gelegt werden.

Bau des Schützenhauses
Am 04. Februar 1966 wurde der Neubau eines Schützenhauses im Gewann Schinderwasen beschlossen und einstimmig angenommen. Für die Planheftfertigung wurde Fritz Pletzer aus Calw beauftragt. Die Kosten sollten sich zwischen 60.000,00 DM und 70.000 DM bewegen. Der ganze Verein war nun vollauf mit dem Bau des Schützenhauses beschäftigt. Am 20. Januar 1968 legte Otto Fauth aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Als Nachfolger wurde Alfred Graf gewählt, der aber aus politischen Gründen nach zweimonatiger Amtszeit aus dem Verein austrat. Die außerordentliche Hauptversammlung am 30. April 1968 berief mit Fritz Gerlach als 1. Vorsitzenden und Walter Linkenheil als 2. Vorsitzenden zwei Männer aus den Gründungstagen an die Spitze des Vereins. Die neu gewählte Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender - Fritz Gerlach, 2. Vorsitzender - Walter Linkenheil, Kassier - Herbert Bär, Schriftführer - Otto Schober, Jugendleiter - Helmut Flik, Sportleiter - Albert Schulz, Beisitzer - Hermann Günther & Otto Fauth. In Zusammenarbeit mit allen Vereinsmitgliedern oblag es nun dieser Vorstandschaft, die Fertigstellung des Schützenhauses voranzutreiben - was sie auch erfolgreich tat. Vom 23. bis 24. August 1969 wurde das Schützenhaus mit seinen 8 LG/LP-Bahnen (10 m), 4 KK-Bahnen (50 m) und 5 SpoPi-Bahnen (25 m) feierlich eingeweiht.

Erweiterung der Schießanlagen
Auf einer Ausschusssitzung am 13. September 1972 wurde Sebastian Häbe als geschäftsführender 1. Vorsitzender eingesetzt, da Fritz Gerlach das Amt aus zeitlichen Gründen nicht mehr wahrnehmen konnte. Bei der anschließenden Hauptversammlung am 13. Januar 1973 wurde er dann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter der Führung von Sebastian Häbe wurden von 1975 bis 1976 die Schießanlagen um eine 25m-Bahn und eine 50m-Bahn erweitert, deren Einweihung dann vom 26. bis 27. Juli 1976 stattfand. Im Jahr 1977 wurde ein Strom- und Telefonkabel ins Schützenhaus verlegt.

Erfolgreicher Sportbetrieb
Im Jahr 1979 wurde Karl-Heinz Maurer zum Sportleiter gewählt. In dieser Zeit ging es sportlich steil bergauf, was etliche Meisterschaften in den Gewehr- und Pistolendisziplinen bewiesen. Angesichts des Erfolges ließ Sebastian Häbe seinem Sportleiter freie Hand in der Ausübung seines Amtes, was den Erfolg weiter anhalten ließ.

Erstes Jubiläum/
Vom 19. bis 21. August 1988 wurde das 25-jährige Vereinsbestehen gefeiert. Dabei leisteten die überdachte Terrasse und ein zusätzlich aufgebautes Zelt vom TSV Simmozheim gute Arbeit und boten allen Besuchern genügend Platz zum Feiern. Neben einem bunten Bühnenprogramm mit Musikgruppen und Theateraufführungen fanden auch das beliebte Rehkegeln und das traditionelle Wanderpokalschießen statt. Auch die Kinder kamen bei einem abwechslungsreichen Programm mit verschiedenen Spielen voll auf ihre Kosten.

Führungswechsel
Nach 17 Jahren im Amt des 1. Vorsitzenden stellte sich Sebastian Häbe nicht mehr zu Wahl und gab 1989 sein Amt an den einstimmig gewählten Nachfolger Horst Hoffmann ab. Im selben Jahr stellte auch Karl-Heinz Maurer sein Amt als Sportleite zur Verfügung.

Geplanter Umbau abgelehnt
Unter der Führung von Horst Hoffmann sollte das Schützenhaus umgebaut werden. Jedoch wurden sämtliche Anträge vom Regierungspräsidium abgelehnt. Grund dafür waren unter Naturschutz stehende wilde Orchideen, die auf dem Areal um das Schützenhauses blühten. Vom Regierungspräsidium wurde dann deutlich gemacht, dass das Schützenhaus den Orchideen ganz weichen sollte. Es musste also ein Plan für die Aufrechterhaltung des Vereinslebens mit eigenem Vereinsheim geschmiedet werden.

Erneuter Schützenhausbau
Bei der Hauptversammlung am 06. Februar 1993 gab Horst Hoffmann das Amt des 1 Vorsitzenden ab und Karl-Heinz Maurer wurde als sein Nachfolger gewählt. Bei eine Flurbegehung des Gemeinderats entdeckte Sebastian Häbe einen Standort für ein neue Schützenhaus, der dem Schützenverein daraufhin vom damaligen Simmozheimer Bürgermeister Kurt Winkeler prompt zugesprochen wurde. Im Jahr 1994 wurde das bisherige Schützenhaus für 670.000,00 DM an das Regierungspräsidium verkauft und von Verein in Eigenleistung abgerissen. Gleichzeitig wurde um Architekt Walter Stahl ein Bauausschuss zum Neubau eines Schützenhauses gegründet. Die Bausumme wurde auf 1.280.000,00 DM festgesetzt. Der 1. Vorsitzende Karl-Heinz Maurer, der die Finanzierung und Rechnungsprüfung des Projekts steuerte, konnte derzeit ein Eigenkapital in Höhe von 1. 127.000,00 DM vorweisen. Im Mai 1995 war Spatenstich zum Neubau des Schützenhauses. Das Richtfest fand im Februar 1996 und die feierliche Einweihung in Oktober 1996 statt. Besonders hervorzuheben ist, dass der Verein das alles durch viel Eigenleistung und das Engagement vieler verdienter Mitglieder komplett schuldenfrei geschafft hat! Neben einer Schießhalle mit 14 LG/LP-Anlagen (10 m) gehören auch vollelektronische KK-Stände (50 m) sowie 5 fahrbare SpoPi-Bahnen (25 m) zum Schützenhaus. Die angeschlossene Gaststätte „Pulverfässle" bietet Platz für rund 90 Personen und ist verpachtet, was eine regelmäßige Einnahmequelle für den Verein bedeutet. Erste Pächter des neuen Schützenhauses wurden Andreas und Maria Maurer, die bereits erfolgreich das vorherige Schützenhaus führten.

Sportlich weiter spitze
Im sportlichen Bereich ging es weiter aufwärts. Timo Dörflinger und Florian Maure standen 1998 mit ihren Junioren-Mannschaften in den Disziplinen Luftgewehr bzw. Kleinkaliber 3x20 als Drittplatzierte auf dem Treppchen bei der Deutschen Meisterschaft in München. Andri Kolb wurde in den Jahren 2001, 2002 und 2003 Deutsche Meister in der Schüler- bzw. Jugendklasse. Auch Marcel Dörflinger war in München erfolgreich und wurde mit dem Luftgewehr deutscher Vizemeister in der Jugendklasse. Des Weiteren hat der Verein etliche mehrfache Kreis-, Bezirks- und Landesmeister in den Gewehr- und Pistolendisziplinen in seinen Reihen. Bei den Rundenwettkämpfen konnten sich die Simmozheimer Gewehr- und Pistolenmannschaften ebenfalls mehrere Meisterschaften sichern.

Der Höhepunkt
Für das Highlight in der sportlichen Entwicklung sorgte unsere 1. Luftgewehrmannschaft um Trainer Manfred Dörflinger und Betreuer Heinz Beck. Als erste Mannschaft aus dem Schützenkreis Calw gelang ihr im Jahr 2003 der Aufstieg in die 2. Luftgewehr-Bundesliga, in der sie anschließend bis 2005 und von 2007 bis 2008 vertreten war. Seitdem geht unser „Aushängeschild" in der dritthöchsten deutschen Liga - der Württembergliga - an den Start. Für diesen Erfolg schaffte der Verein schon früh die Basis, in dem aus Simmozheimer Jugendschützen Martin Mayer, Ralf Schneider, Europameiste Fritz Reule, Gerd Dörflinger und Gastschützen wie Junioren-Europameister Frau Foshag, Robert Lis und Albert M. Kraushaar eine Mannschaft gebildet wurde. Dies schlagkräftige Truppe sorgte dafür, dass die Simmozheimer Luftgewehrschützen stets in der höchsten Liga an den Start gehen konnten. Nach und nach stießen dann die Jugendschützen dazu, sodass sich die Mannschaft immer weiter entwickeln konnte. Nicht zu vergessen sind auch die Gastschützinnen und Gastschützen, die in der 2. Luftgewehr-Bundesliga und in der Württembergliga für Simrnozheim an den Start gingen. Kerstin Gauß (ehemals Köhler), Jenny Klein (ehemals Müller), Katja Braun (ehemals Böttinger) und Ralph Braun trugen neben den Simmozheimer Eigengewächsen Tim und Marcel Dörflinger, Sara Schäfer (ehemals Beck), Andre Kolb, Florian Maurer und dem dazugestoßenen Michael Somiesky maßgeblich zum Erfolg bei.

Modernisierung der Schießanlagen
In den ersten Jahren der 2. Luftgewehr-Bundesliga musste der Verein die erforderlichen elektronischen Anlagen für die Heimkämpfe anmieten und in Eigenleistung auf- und abbauen, was sowohl in finanzieller als auch in arbeitstechnischer Hinsicht ein enorme Aufwand war. Nach Prüfung der Vorstandschaft auf die Umsetzbarkeit, passte sich der Verein im Jahr 2009 dann an die neuesten technischen Entwicklungen an und installierte zum großen Teil in Eigenleistung 12 vollelektronische LG/LP-Anlagen der Firma Meyton. Zeitgleich wurde auch auf der 25m-Bahn eine voll fahrbare Anlage eingebaut. Dank der Hilfe der Gemeinde Simmozheim in Form eines zinslosen Darlehens und eines Zuschusses des WLSB, konnte auch dieses Projekt erfolgreich umgesetzt werdet.

Ernennung zum Talentzentrum
Auf Grund der guten Arbeit und der optimalen Voraussetzungen für den Schießspor wurde der Schützenverein Simmozheim e. V. im Oktober 2010 zum Talentzentrum für Pistolenschützen des Württembergischen Schützenverbandes ernannt. Ein weiterer Beweis für die stetige und erfolgreiche Weiterentwicklung des Vereins.

Modernisierung der KK-Stände
Die in die Jahre gekommenen vollelektronischen Anlagen auf der 50 m-Bahn wurden im Jahr 2012 erneuert. Der Verein entschied sich dazu, auch hier 5 Anlagen der Firma Meyton zu installieren. Wie schon bei den LG/LP-Anlagen wurden viele Arbeiten in Eigenleistung erbracht, um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten.

Aktueller Sportbetrieb
In jüngster Vergangenheit konnte im Pistolenbereich ein enormer Zuwachs an hochtalentierten Jugendschützen verzeichnet werden. Alle diese Schützen bilden heute das Fundament unserer in der Bezirksoberliga erfolgreichen Luftpistolenmannschaft. Eine weitere Mannschaft startet in der Kreisliga A. Auch im SpoPi-Bereich wurde zusätzlich zu den bestehenden zwei Mannschaften (Kreisliga A) eine „Jugend"-Mannschaft (Kreisliga B) meldet. Diese Mannschaft, in der auch ihr Betreuer Andreas Schwitalla mitschießt, ist inzwischen in die Bezirksliga aufgestiegen in der sie seit nun mehr 3 Jahren mit Platzierungen unter den ersten 5 erfolgreich ist. In der Disziplin Gebrauchspistole/Gebrauchsrevolver sind zwei Mannschaften (Kreisliga A) gemeldet. Im Gewehrbereich startet neben der 1. LG-Mannschaft (Verbandsliga) auch eine 2. LG-Mannschaft in der Kreisliga. Ebenfalls zwei Mannschaften starten mit dem Kleinkalibergewehr. Eine davon in der Disziplin KK-Liegend (Kreisliga A), die andere in der Disziplin KK-3x20 (Landesliga). Zusätzlich zu den Rundenwettkämpfen nimmt ein Großteil der Schützinnen und Schützen sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft an den jährlich stattfindenden Meisterschaften teil.

Ausblick
Wie all die Jahre zuvor arbeitet die Vorstandschaft des Vereins intensiv daran, allen Anforderungen und Wünschen der Vereinsmitglieder gerecht zu werden und bestmöglichste Trainings- und Wettkampfbedingungen zu bieten. Auch die jährlichen Veranstaltungen sowie die im zweijährigen Rhythmus stattfindende „Dorfhocketse" werden den Vereinsmitgliedern und Verantwortlichen wieder einiges abverlangen. Bisher haben der gute Zusammenhalt und die harmonische Zusammenarbeit den Verein stark gemacht. Wir sind zuversichtlich, dass das so bleibt und der Verein in allen Belangen weiter erfolgreich sein wird.
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